Ein Ausflug mit Regionalzügen quer durch Deutschland kann am Wochenende erstaunlich günstig sein, solange Startzeit, Zugtyp und Mitreisende zum Ticket passen. Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt samstags und sonntags ganztägig, ist aber kein 48-Stunden-Ticket. Ich zeige, wann es gilt, welche Züge erlaubt sind, was die Fahrt 2026 kostet und welche Rechte bei Verspätungen bestehen.
Die wichtigsten Regeln für das Quer-durchs-Land-Ticket am Wochenende
- Gültigkeit samstags oder sonntags jeweils von 0 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag
- Preis 51 Euro für eine Person, bis zu 99 Euro für fünf Erwachsene
- Züge RB, RE, IRE und S-Bahnen in der 2. Klasse
- Kinder bis einschließlich 5 Jahre fahren kostenlos mit, bis zu drei Kinder von 6 bis 14 Jahren ebenfalls
- Wichtig Für Samstag und Sonntag werden zwei getrennte Tickets benötigt
Gilt das Ticket am Samstag und Sonntag den ganzen Tag
Ja. An Wochenenden beginnt die Gültigkeit bereits um 0 Uhr und endet erst um 3 Uhr am nächsten Morgen. Ein Ticket für Samstag gilt also von Samstag 0 Uhr bis Sonntag 3 Uhr. Wer am Sonntag unterwegs ist, braucht ein Ticket für Sonntag, das bis Montag 3 Uhr gilt.
Damit eignet sich das Angebot auch für späte Rückfahrten nach einem Konzert oder Stadtbesuch. Ich würde trotzdem immer das Datum auf dem Ticket prüfen, denn ein Samstagsticket deckt nicht automatisch den gesamten Sonntag ab. Für zwei Reisetage brauchst du zwei Tagestickets.
Das Wochenende beginnt tariflich am Samstag. Wer in der Nacht von Freitag auf Samstag vor Mitternacht einsteigt, reist zunächst noch mit den Regeln des Freitags. Erst ab 0 Uhr gilt das Ticket für Samstag. Diese halbe Stunde kann bei einer Kontrolle entscheidend sein.
Welche Züge und Verkehrsmittel sind eingeschlossen
Das Ticket gilt deutschlandweit in Regionalzügen der 2. Klasse. Dazu gehören in der Regel Regionalbahn, Regional-Express, Interregio-Express und S-Bahn, sofern das jeweilige Eisenbahnunternehmen am Tarif teilnimmt.
| Verkehrsmittel | Gültigkeit |
|---|---|
| RB und RE | Ja |
| IRE | Ja, sofern als Regionalverkehr zugelassen |
| S-Bahn | Ja |
| ICE, IC und EC | Grundsätzlich nein |
| Bus, Straßenbahn und U-Bahn | Nicht automatisch enthalten |
Der größte praktische Fehler ist die Annahme, ein schneller Fernverkehrszug sei wegen einer Verspätung oder einer fehlenden Regionalverbindung automatisch erlaubt. Das ist bei diesem stark ermäßigten Ticket normalerweise nicht der Fall. Einzelne Strecken mit einer besonderen Freigabe bilden eine Ausnahme, deshalb sollte man die konkrete Verbindung im DB Navigator mit dem Filter „Nur Nahverkehr“ prüfen.
Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen sind ebenfalls nicht pauschal eingeschlossen. Für den Weg vom Bahnhof zum Ziel kann daher ein zusätzliches Verbundticket nötig sein. Gerade bei Tagesausflügen in größere Städte kalkuliere ich diesen Anschluss immer separat ein.
Was kostet das Ticket 2026 und wer fährt kostenlos mit
Der Preis richtet sich nach der Zahl der zahlenden Reisenden. Das Angebot lohnt sich besonders in einer kleinen Gruppe, weil der Gesamtpreis nur schrittweise steigt.
| Zahl der Reisenden | Gesamtpreis | Preis pro Person |
|---|---|---|
| 1 Person | 51 Euro | 51 Euro |
| 2 Personen | 63 Euro | 31,50 Euro |
| 3 Personen | 75 Euro | 25 Euro |
| 4 Personen | 87 Euro | 21,75 Euro |
| 5 Personen | 99 Euro | 19,80 Euro |
Kinder bis einschließlich 5 Jahre fahren kostenlos mit und werden bei der Zahl der Reisenden nicht mitgezählt. Zusätzlich dürfen bis zu drei Kinder von 6 bis einschließlich 14 Jahren kostenlos dabei sein. Das gilt auch für fremde Kinder, nicht nur für eigene. Diese Regel macht das Ticket für Familien und gemischte Gruppen deutlich attraktiver.
Ein größerer Hund zählt dagegen grundsätzlich wie eine zahlende erwachsene Person. Kleine Hunde, die in einer geeigneten Transportbox Platz finden, können kostenlos mitfahren. Für Fahrräder gilt keine automatische kostenlose Mitnahme. Je nach Bundesland und Verkehrsverbund ist meist eine zusätzliche Fahrradkarte erforderlich.
Die Namen der zahlenden Reisenden müssen auf dem Ticket stehen. Bei einem Online-Ticket werden sie bereits bei der Buchung eingetragen, bei einem Automaten- oder Papierticket müssen die vorgesehenen Felder ausgefüllt sein. Die Gruppe darf unterwegs zusteigen, die ursprünglich eingetragenen Personen dürfen aber nicht beliebig ausgetauscht werden.
So planst du die Wochenendfahrt ohne Tarif-Fallen
Für eine einzelne lange Tagesfahrt ist das Ticket oft eine gute Wahl. Für zwei Personen kostet es zusammen 63 Euro, für fünf Erwachsene 99 Euro. Innerhalb eines einzigen Bundeslandes kann ein Länder-Ticket trotzdem günstiger sein, besonders wenn die Strecke kurz bleibt oder nur ein regionaler Ausflug geplant ist.
Wer bereits ein Deutschland-Ticket besitzt, braucht für die eigene Fahrt normalerweise kein zusätzliches Quer-durchs-Land-Ticket. Für eine einzelne Person ohne Abo kann das Tagesticket dagegen sinnvoll sein. Bei zwei Wochenendtagen kostet es allein 102 Euro, während das Deutschland-Ticket 2026 monatlich 63 Euro kostet. Das Abo lohnt sich in diesem Vergleich allerdings nur, wenn es auch über die konkrete Reise hinaus genutzt werden soll.
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Meine Checkliste vor der Abfahrt
- Reisetag festlegen und prüfen, ob Samstag oder Sonntag auf dem Ticket steht.
- In der Verbindungsauskunft ausschließlich Nahverkehr auswählen.
- Umstiege mit etwas Reserve planen, weil Regionalzüge am Wochenende voll sein können.
- Zusätzliche Tickets für Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Fahrräder prüfen.
- Namen aller zahlenden Mitreisenden eintragen und einen Ausweis mitnehmen.
Besonders bei beliebten Ausflugszielen würde ich nicht zu knapp kalkulieren. Das Ticket spart Geld, garantiert aber weder einen Sitzplatz noch einen freien Fahrradstellplatz. Eine Verbindung mit zehn Minuten weniger Reisezeit ist nicht automatisch die bessere Wahl, wenn der Umstieg am überfüllten Bahnsteig kaum zu schaffen ist.
Welche Rechte gelten bei Verspätung und Zugausfall
Das Ticket kann nicht einfach wegen einer Planänderung storniert oder umgetauscht werden. Eine Ausnahme besteht, wenn die gesetzlichen Fahrgastrechte greifen, etwa wenn am Zielbahnhof eine Verspätung von mindestens 60 Minuten zu erwarten ist und die Reise deshalb nicht angetreten oder abgebrochen wird.
Bei einer Ankunft mit mindestens 60 Minuten Verspätung sieht die Deutsche Bahn für ein Nahverkehrs-Zeitkartenangebot wie dieses eine pauschale Entschädigung von 1,50 Euro pro Fall in der 2. Klasse vor. Insgesamt werden höchstens 25 Prozent des Ticketwerts entschädigt. Beträge unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt, weshalb sich das Sammeln mehrerer Verspätungsfälle lohnen kann.
Ein selbst gekaufter ICE- oder IC-Fahrschein wird bei diesem erheblich ermäßigten Angebot nicht automatisch erstattet, wenn eine Regionalverbindung ausfällt oder zu spät ist. Ich würde deshalb nicht ohne Nachfrage in den Fernverkehr wechseln, sondern zuerst eine alternative Regionalverbindung suchen und die Verspätung dokumentieren.
Für einen Antrag werden das Ticket und möglichst ein Nachweis über die Verspätung benötigt. Bei einem Quer-durchs-Land-Ticket wird die Entschädigung in der Regel über das Servicecenter für Fahrgastrechte bearbeitet. Entscheidend ist die tatsächliche Verspätung am Zielbahnhof, nicht nur die Verspätung eines einzelnen Zuges.
So wird aus dem Wochenendticket ein entspannter Reisetag
Am besten funktioniert das Angebot, wenn du es als flexible Tageskarte für Regionalzüge planst und nicht als Ersatz für eine beliebige Fernverkehrsreise. Ein Samstagsticket gilt bis Sonntag 3 Uhr, ein Sonntagsticket bis Montag 3 Uhr, jeweils nur im Regionalverkehr.
Meine wichtigste Empfehlung lautet deshalb, vor dem Kauf drei Dinge zu prüfen: den Reisetag, die Zugklasse und die Zahl der tatsächlich zahlenden Personen. Sind diese Punkte geklärt, spielt das Ticket seine Stärke aus, besonders bei Gruppen, Familien und spontanen Ausflügen über mehrere Regionen hinweg.
