Ein Familienausflug mit Regionalzug, Bus oder S-Bahn wirkt mit dem Deutschlandticket zunächst unkompliziert. Wer mit dem Deutschlandticket Kinder mitnehmen möchte, muss aber eine klare Grenze kennen: Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos, ältere Kinder brauchen grundsätzlich ein eigenes gültiges Ticket. Ich zeige, welche Regeln bundesweit gelten, wann lokale Ausnahmen greifen und wie Familien typische Kosten- und Kontrollprobleme vermeiden.
Die Entscheidung fällt an einer einzigen Altersgrenze
- Unter sechs Jahren fahren Kinder ohne eigenes Ticket kostenlos mit.
- Ab dem sechsten Geburtstag gilt das Deutschlandticket der Begleitperson nicht mehr für das Kind.
- Das Ticket ist persönlich und berechtigt nicht zur kostenlosen Mitnahme weiterer Personen.
- Für Kinder ab sechs Jahren kommen ein eigenes Deutschlandticket oder ein regionaler Kinderfahrschein infrage.
- Lokale Zusatzangebote können abweichen, gelten aber nicht automatisch bundesweit.
Was mit Kindern kostenlos möglich ist
Die bundesweite Grundregel ist erfreulich einfach. Kinder bis zum Tag vor ihrem sechsten Geburtstag benötigen im öffentlichen Nahverkehr kein eigenes Ticket und dürfen mit einer erwachsenen Begleitperson mitfahren. Das gilt auch dann, wenn nur die erwachsene Person ein Deutschlandticket besitzt.
Ab dem sechsten Geburtstag ändert sich die Situation sofort. Das Deutschlandticket ist auf eine Person ausgestellt und deckt keine weiteren Fahrgäste über sechs Jahren ab. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Kind mit einem Elternteil, Großeltern oder einer anderen erwachsenen Person reist.
| Alter des Kindes | Eigenes Ticket nötig? | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| Unter 6 Jahre | Nein | Kostenlose Mitfahrt im Nah- und Fernverkehr |
| Ab 6 Jahre | Ja | Eigenes Deutschlandticket oder gültiger regionaler Fahrschein |
| Mehrere Kinder ab 6 Jahre | Für jedes Kind | Das Ticket eines Erwachsenen reicht nicht aus |
Meine wichtigste Faustregel lautet deshalb: Nicht die Zahl der Erwachsenen, sondern das Alter jedes einzelnen Kindes entscheidet. Zwei Eltern mit jeweils einem Deutschlandticket können also nicht automatisch zwei Kinder kostenlos mitnehmen.
Warum bekannte Bahnregeln hier oft für Verwirrung sorgen
Viele Familien kennen die kostenlose Kindermitnahme von bestimmten Fernverkehrs- oder Verbundtickets. Diese Regelungen werden jedoch häufig mit dem Deutschlandticket vermischt. Bei einem separat gebuchten DB-Fernverkehrsticket können Kinder unter bestimmten Bedingungen kostenlos oder vergünstigt mitreisen. Das ist ein anderes Tarifprodukt und lässt sich nicht auf das Deutschlandticket übertragen.
Auch der Geltungsbereich sorgt für Missverständnisse. Das Deutschlandticket gilt grundsätzlich in Regionalzügen, S-Bahnen, Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen, nicht aber regulär in ICE-, IC- oder EC-Zügen. Die Deutsche Bahn weist außerdem darauf hin, dass Kinder zwischen sechs und 14 Jahren für die An- oder Abreise zu einem Fernverkehrshalt ein zusätzliches Nahverkehrsticket benötigen können, wenn die Fahrkarte nur den Fernverkehr abdeckt.
Ein typisches Beispiel ist eine Reise mit ICE und anschließendem Regionalbus. Ein sechsjähriges Kind kann im ICE unter den Bedingungen des gebuchten Fernverkehrstickets kostenlos dabei sein, braucht für den Bus aber einen eigenen Fahrschein. Das Deutschlandticket eines Elternteils ersetzt diesen Fahrschein nicht.
Welche Fahrkarte braucht ein Kind ab sechs Jahren
Für ältere Kinder gibt es nicht nur eine Lösung. Welche Variante sinnvoll ist, hängt davon ab, wie häufig das Kind fährt und ob die Familie regelmäßig über Verbundgrenzen hinweg unterwegs ist.
| Option | Sinnvoll bei | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Eigenes Deutschlandticket | Häufigen Fahrten in verschiedenen Regionen | Persönlich, bundesweit im Nahverkehr gültig |
| Einzelfahrschein für Kinder | Gelegentlichen kurzen Fahrten | Preis und Altersgrenze hängen vom Verbund ab |
| Kinder-Tageskarte | Mehreren Fahrten an einem Tag | Oft günstiger als mehrere Einzelfahrkarten |
| Schüler- oder Jugendticket | Regelmäßigen Schul- und Freizeitwegen | Meist an Wohnort, Schule oder Bundesland gebunden |
Bei einer einzelnen Fahrt ist ein regionaler Kinderfahrschein oft die vernünftigere Wahl als ein zusätzliches Monatsticket. Wer dagegen an vielen Wochenenden mit dem Kind durch Deutschland fährt, sollte den Preis eines eigenen Deutschlandtickets gegenrechnen. Entscheidend ist nicht nur der Monatsbetrag, sondern auch die tatsächliche Zahl der Reisetage.
Einige Verkehrsverbünde bieten außerdem Zusatzprodukte zur Mitnahme an. Diese können eine Begleitperson oder Kinder einschließen, gelten aber nur im jeweiligen Verbundgebiet und müssen meist separat gebucht werden. Eine solche lokale Regelung ist ein Bonus des Verkehrsverbunds, keine allgemeine Eigenschaft des Deutschlandtickets.
So prüfe ich eine Familienfahrt in wenigen Minuten

Vor einer längeren Fahrt gehe ich immer dieselben Punkte durch. Das dauert kaum länger als die Suche nach der passenden Verbindung und verhindert, dass die Familie bei einer Kontrolle nachlösen muss.
- Verkehrsmittel prüfen. Stehen nur RE, RB, S-Bahn, Bus, Tram oder U-Bahn im Fahrplan, passt der Nahverkehr grundsätzlich zum Deutschlandticket. Bei ICE, IC oder EC gelten andere Regeln.
- Alter am Reisetag feststellen. Maßgeblich ist nicht das Alter bei der Buchung, sondern der Geburtstag am Tag der Fahrt. Am sechsten Geburtstag braucht das Kind bereits eine eigene Fahrkarte.
- Ticket für jedes Kind ab sechs Jahren auswählen. Je nach Strecke kann das ein Einzelfahrschein, eine Kinder-Tageskarte oder ein eigenes Deutschlandticket sein.
- Lokale Bedingungen kontrollieren. Besonders bei Verbundgrenzen, Sonderlinien und Anschlussbussen können andere Tarifbestimmungen gelten.
- Nachweis griffbereit halten. Ein digitales Deutschlandticket wird auf dem mobilen Gerät vorgezeigt. Bei einer Chipkarte sollte das Kind zusätzlich den vorgesehenen Schüler- oder Lichtbildausweis dabeihaben.
Für Kinder, die allein reisen, ist der letzte Punkt besonders wichtig. Ab sechs Jahren dürfen sie grundsätzlich mit einem eigenen Deutschlandticket allein unterwegs sein, benötigen bei einem digitalen Ticket aber ein geeignetes mobiles Gerät und die App des Anbieters. In der Praxis scheitert eine Kontrolle eher an einem leeren Akku als an der eigentlichen Tarifregel.
Die häufigsten Fehler bei der kostenlosen Mitnahme
Der häufigste Irrtum lautet: „Mein Ticket gilt deutschlandweit, also gilt es auch für meine Familie.“ Bundesweite Gültigkeit beschreibt jedoch den räumlichen Geltungsbereich für die ticketinhabende Person. Sie bedeutet nicht, dass beliebig viele Menschen mitfahren dürfen.
Ein zweiter Fehler entsteht beim sechsten Geburtstag. „Bis sechs“ wird im Alltag oft als „einschließlich sechs“ verstanden. Tariflich ist ein Kind aber nur bis zum Tag vor dem sechsten Geburtstag ohne eigenen Fahrschein unterwegs.
Problematisch ist auch die Annahme, dass eine regionale Mitnahmeregel überall weiterläuft. Ein Zusatzangebot aus Berlin, Hamburg oder einem anderen Verkehrsverbund kann beim Umstieg in eine andere Region enden. Ich würde deshalb bei einer Verbundgrenze immer prüfen, für welchen Abschnitt die Familienregel tatsächlich gilt.
Schließlich wird das Deutschlandticket manchmal mit einer Familienkarte oder einem klassischen Monatsabo verwechselt. Solche Abonnements können eigene Mitnahmeregeln enthalten. Beim Deutschlandticket ist die kostenlose Mitnahme von Kindern ab sechs Jahren dagegen nicht Bestandteil des bundesweiten Grundtarifs.
Damit die nächste Familienfahrt ohne Nachlösen gelingt
Für Kinder unter sechs Jahren genügt in der Regel das Deutschlandticket der erwachsenen Begleitperson. Ab dem sechsten Geburtstag braucht jedes Kind einen eigenen gültigen Fahrschein, wobei sich ein regionales Ticket für einzelne Ausflüge und ein eigenes Deutschlandticket für häufige deutschlandweite Fahrten anbieten.
Wer vor der Abfahrt Verkehrsmittel, Alter am Reisetag und mögliche Verbundgrenzen prüft, hat die entscheidenden Fragen bereits geklärt. Genau diese drei Punkte machen in der Praxis den Unterschied zwischen einer entspannten Fahrt und einer unangenehmen Überraschung bei der Kontrolle.
